Ein Rokoko-Perlenschmuck fürs Museum

Perlenschmuck Franziska von Hohenheim


Die Aufträge für Museen und Kulturinstitutionen gehören ohne Zweifel zu den absoluten Höhepunkten unserer Arbeit. Im Frühjahr 2026 erhielten wir eine Anfrage von den Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg über die Anfertigung von einem Rokoko-Perlenschmuck, der nach der Neukonzeption der Dauerausstellung des Residenzschlosses Urach in Bad Urach und nach dessen Wiedereröffnung nach mehrjährigen Sanierungs- und Umbauarbeiten wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll.

Das Projektteam zur Neugestaltung dieser Ausstellung wünschte sich die Replik eines Perlenschmucks, der von der – für die Geschichte Baden-Württembergs – so bedeutenden Herzogin Franziska von Hohenheim auf einem ihrer Portraits getragen wird. Der Perlenschmuck soll zukünftig in der neuen Dauerausstellung des Schlosses Urach ganz in der Nähe einer Abbildung des Portraits in einer eigenen Vitrine gezeigt werden.

Das Projektteam der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg ließ uns viel Freiraum hinsichtlich der Detailtreue und Materialauswahl. Nach einer Abstimmung haben wir uns auf die Verwendung von möglichst authentischen Materialien mit einer größtmöglichen Nähe zum Original geeinigt. Am Ende entschied man sich wie von uns favorisiert für eine Replik aus Zuchtperlen, Silber und sogar echten Diamanten, die in dieser „Rokokoqualität“ durchaus noch erschwinglich sind, ohne das Budget all zu arg zu strapazieren.

Herzogin Franziska von Hohenheim Perlenschmuck Bad Urach


Wir freuten uns natürlich sehr über diese Entscheidung, denn jetzt kann den Besuchern der Dauerausstellung ein Objekt präsentiert werden, das die Qualität und Gestaltung des auf dem Portrait dargestellten Schmucks überzeugend vermittelt.

Bei der Gestaltung der Schließe der Perlenkette, die auf dem Gemälde der Franziska von Hohenheim des Malers Jakob Friedrich Weckherlin von 1790 nicht zu sehen ist, wurde uns ebenfalls eine gewisse „gestalterische Freiheit“ eingeräumt. Auf Grundlage verschiedener historischer Schließen hat man schließlich unserem Vorschlag zugestimmt, diese Schließe in Form, Material und Proportionen idealerweise dem Ohrgehänge anzupassen.

Das Ergebnis hat schließlich das Projektteam und die Projektleitung der neuen Dauerausstellung überzeugt und somit kann seit Ende Juli 2026 ein ursprünglich gemalter Perlenschmuck des Rokoko in besonders anschaulicher Weise den Besuchern von jetzt ab dauerhaft in Bad Urach präsentiert werden.

Schließe Replik Perlenschmuck Franziska von Hohenheim Bad Urach

Replik Rokoko Perlenschmuck Dauerausstellung Residenzschloss Bad Urach

Replik Rokoko Perlenschmuck in Bad Urach



Herzogin Franziska von Hohenheim – Eine außergewöhnliche Frau im Württemberg des 18. Jahrhunderts

Herzogin Franziska von Hohenheim gehört zu den bemerkenswertesten Persönlichkeiten der württembergischen Geschichte. Obwohl sie nicht als Angehörige eines regierenden Fürstenhauses geboren wurde, gelang es ihr durch ihre Persönlichkeit, ihren Glauben und ihren Einfluss auf Herzog Carl Eugen von Württemberg, eine bedeutende Rolle in der Politik und Gesellschaft ihrer Zeit einzunehmen. Bis heute wird sie als eine Frau in Erinnerung behalten, die durch Bescheidenheit, Menschlichkeit und Verantwortungsbewusstsein beeindruckte.

Franziska wurde am 10. Januar 1748 in Adelmannsfelden geboren. Ihr vollständiger Name lautete Franziska Theresia von Bernerdin zum Pernthurn. Sie entstammte einem alten, aber finanziell nicht besonders wohlhabenden Adelsgeschlecht. Die Familie lebte in einfachen Verhältnissen und war stark vom evangelischen Glauben geprägt. Diese religiöse Erziehung beeinflusste Franziska ihr ganzes Leben lang. Schon als junges Mädchen galt sie als freundlich, pflichtbewusst und bescheiden. Anders als viele adelige Frauen ihrer Zeit interessierte sie sich weniger für Prunk und höfische Vergnügungen als für religiöse Fragen und das Wohl anderer Menschen.

Im Alter von siebzehn Jahren heiratete sie Friedrich Wilhelm Freiherr Leutrum von Ertingen. Die Ehe war jedoch nicht glücklich. Über die genauen Gründe gibt es unterschiedliche Darstellungen, doch die Verbindung erwies sich als belastend und wurde schließlich geschieden. Für eine Frau des 18. Jahrhunderts war eine Scheidung ein ungewöhnlicher und oft gesellschaftlich schwieriger Schritt. Dennoch eröffnete diese Entwicklung Franziska einen neuen Lebensabschnitt.

Ende der 1760er Jahre lernte sie Herzog Carl Eugen von Württemberg kennen. Der Herzog war damals bereits eine bekannte und umstrittene Persönlichkeit. Einerseits förderte er Kunst, Wissenschaft und Bildung. Andererseits war er für seinen verschwenderischen Lebensstil und seine zahlreichen Liebesbeziehungen bekannt. Als sich Carl Eugen und Franziska begegneten, entwickelte sich zwischen ihnen eine enge Beziehung. Schon bald wurde Franziska seine wichtigste Vertraute. Im Jahr 1772 wurde sie offiziell seine Lebensgefährtin.

Diese Verbindung stieß zunächst auf Widerstand. Franziska war weder von fürstlicher Herkunft noch katholisch, während Carl Eugen als regierender Herzog besonderen gesellschaftlichen Erwartungen unterlag. Dennoch hielt der Herzog an seiner Beziehung zu ihr fest. Im Jahr 1774 erhob er Franziska zur Reichsgräfin von Hohenheim. Damit erhielt sie einen neuen gesellschaftlichen Rang und wurde zu einer anerkannten Persönlichkeit am württembergischen Hof.

Besonders bemerkenswert war der Einfluss, den Franziska auf den Herzog ausübte. Zeitgenossen berichteten, dass Carl Eugen durch ihre Nähe ruhiger, ausgeglichener und verantwortungsbewusster geworden sei. Während er in jüngeren Jahren oft als streng und herrisch galt, zeigte er später mehr Verständnis für die Anliegen seiner Untertanen. Historiker sehen in Franziska eine wichtige Mitgestalterin dieses Wandels. Zwar besaß sie keine offizielle politische Macht, doch ihre Ratschläge fanden beim Herzog großes Gehör. Sie setzte sich für einen menschlicheren Regierungsstil ein und bemühte sich um Ausgleich und Versöhnung.

Im Jahr 1785 heirateten Franziska und Carl Eugen heimlich in Stuttgart. Die Ehe wurde Anfang 1786 öffentlich bekannt gemacht. Damit wurde Franziska offiziell Herzogin von Württemberg. Für viele Menschen war dies ein außergewöhnlicher Aufstieg: Aus der Tochter eines vergleichsweise bescheidenen Adelsgeschlechts war die Ehefrau eines der mächtigsten deutschen Landesfürsten geworden. Trotz ihres hohen Ranges blieb sie jedoch ihrer zurückhaltenden Lebensweise treu. Sie verzichtete weitgehend auf übermäßigen Luxus und pflegte einen einfachen Umgang mit ihren Mitmenschen.

Franziska engagierte sich außerdem in sozialen und religiösen Bereichen. Sie unterstützte Bedürftige, kümmerte sich um Kranke und förderte kirchliche Einrichtungen. Ihr evangelischer Glaube spielte dabei eine zentrale Rolle. Sie war davon überzeugt, dass gesellschaftliche Verantwortung und christliche Nächstenliebe eng miteinander verbunden seien. Viele Menschen schätzten sie deshalb als warmherzige und hilfsbereite Frau. In einer Zeit, in der höfisches Leben oft von Repräsentation und Macht geprägt war, wirkte ihre Bescheidenheit ungewöhnlich und vorbildlich.

Auch mit Schloss Hohenheim, das heute durch die Universität Hohenheim bekannt ist, bleibt ihr Name eng verbunden. Das Schloss und die dazugehörigen Anlagen wurden unter Carl Eugen und Franziska weiter ausgebaut. Hohenheim entwickelte sich zu einem bedeutenden Ort des höfischen Lebens und erinnert bis heute an die Herzogin. Ihr Name lebt daher nicht nur in historischen Quellen, sondern auch in der Landschaft Württembergs fort.

Nach dem Tod Carl Eugens im Jahr 1793 zog sich Franziska weitgehend aus dem öffentlichen Leben zurück. Sie lebte überwiegend auf ihren Gütern und widmete sich religiösen sowie wohltätigen Aufgaben. Besonders bekannt ist, dass sie dem württembergischen Pietisten und Theologen Johann Michael Hahn Schutz und Unterkunft gewährte. Damit zeigte sie erneut ihre Bereitschaft, Menschen zu unterstützen, die wegen ihrer Überzeugungen Schwierigkeiten hatten.

Die letzten Jahre ihres Lebens verbrachte Franziska in vergleichsweiser Ruhe. Sie blieb ihrem Glauben treu und pflegte Kontakte zu Freunden und Verwandten. Am 1. Januar 1811 starb sie in Kirchheim unter Teck im Alter von 62 Jahren. Ihr Tod wurde von vielen Menschen betrauert, denn sie hatte sich durch ihre Menschlichkeit und ihre Hilfsbereitschaft große Anerkennung erworben.

Heute gilt Franziska von Hohenheim als eine der beliebtesten Frauengestalten der württembergischen Geschichte. Anders als viele historische Persönlichkeiten wurde sie nicht wegen militärischer Erfolge oder politischer Macht berühmt. Ihr Ansehen gründet vielmehr auf ihrem Charakter, ihrer Bescheidenheit und ihrem positiven Einfluss auf andere Menschen. Sie zeigte, dass auch ohne formelle Macht bedeutende Veränderungen möglich sind. Durch ihre Persönlichkeit prägte sie nicht nur das Leben Herzog Carl Eugens, sondern auch die Entwicklung Württembergs in einer wichtigen historischen Epoche.

Franziska von Hohenheim verkörpert damit ein ideales Bild von Menschlichkeit, Verantwortung und christlicher Nächstenliebe. Ihr Leben macht deutlich, dass wahre Größe nicht allein durch Rang und Titel entsteht, sondern vor allem durch das Handeln gegenüber anderen Menschen. Deshalb wird sie bis heute als eine der bemerkenswertesten Frauen Südwestdeutschlands in Erinnerung behalten.


(Dieser Inhalt wurde unter Zuhilfenahme von künstlicher Intelligenz erstellt.)